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Was ist DICOM? So erhalten Sie Ihre Bilddaten für eine Zweitmeinung

Arbeitsplatz überträgt leuchtende DICOM-Bilddateien für eine radiologische Zweitmeinung



Wenn Sie ein MRT, eine CT, ein Röntgenbild oder eine Mammographie erhalten, werden die Aufnahmen als DICOM Dateien gespeichert, dem international gebräuchlichen Format der Radiologie. Wünschen Sie eine unabhängige radiologische Zweitmeinung, sind genau diese Dateien erforderlich, nicht ein Bildschirmfoto oder ein Papierausdruck. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen in klarer Sprache, was DICOM ist, warum es wichtig ist und wie Sie Ihre DICOM Dateien beim Spital oder in der Radiologiepraxis anfordern, damit eine Fachärztin oder ein Facharzt Ihre Untersuchung vollständig beurteilen kann.

Was ist DICOM?

DICOM steht für Digital Imaging and Communications in Medicine. Es ist der Standard, der festlegt, wie medizinische Bilddaten formatiert, gespeichert und zwischen Geräten, Spitalsystemen und Betrachtungssoftware ausgetauscht werden. Der Standard wird von der National Electrical Manufacturers Association (NEMA) gepflegt, und er ist der Grund, weshalb eine Aufnahme vom Gerät eines Herstellers auf einem anderen System weltweit geöffnet werden kann (Siemens Healthineers Schweiz, DICOM).

Eine DICOM Datei ist mehr als ein Bild. Neben der Aufnahme enthält sie strukturierte Informationen: die Aufnahmeparameter, die Körperregion, das Datum sowie technische Angaben dazu, wie die Untersuchung erfasst wurde. Deshalb werden Ihre Bilddaten nicht als gewöhnliche JPEG oder PNG Dateien gespeichert. Ein Foto Ihres Bildschirms oder ein einzelnes exportiertes Bild verliert den grössten Teil dieser Daten, und damit vieles von dem, was eine Radiologin oder ein Radiologe für eine verlässliche Beurteilung benötigt.

Innerhalb eines Spitals liegen DICOM Dateien auf einem System, das PACS heisst (Picture Archiving and Communication System). Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Aufnahme beurteilt, betrachtet sie oder er den vollständigen DICOM Datensatz auf einem kalibrierten Bildschirm und blättert durch Dutzende oder Hunderte einzelner Schnittbilder, statt ein flaches Bild zu sehen.

Warum Ihre Bilddaten für eine Zweitmeinung wichtig sind

Eine radiologische Zweitmeinung ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruht. Beurteilt eine subspezialisierte Fachperson Ihren Fall, benötigt sie die vollständigen DICOM Dateien, um durch jedes Schnittbild zu blättern, den Kontrast anzupassen und Befunde genau so zu vermessen, wie es die ursprünglich befundende Person getan hat. Ein Handyfoto eines einzelnen Bildes oder nur der schriftliche Befund bedeutet, dass die zweite beurteilende Person mit einem Bruchteil der Information arbeitet.

Forschungsergebnisse, die wir in unserem Leitfaden «Was ist eine radiologische Zweitmeinung? Ein umfassender Leitfaden» zusammenfassen, zeigen, dass eine unabhängige subspezialistische Begutachtung komplexer Untersuchungen die Beurteilung oder das empfohlene Vorgehen in einem nennenswerten Anteil der Fälle verändert, wobei die berichteten Raten je nach Verfahren und klinischer Situation deutlich variieren. Nichts davon ist ohne die ursprünglichen Bilddaten möglich. Welche Aufnahme welche Frage beantwortet, beschreibt «MRT vs CT vs Röntgen: Welche Untersuchung brauchen Sie?».

Die Weltgesundheitsorganisation betont, dass eine korrekte und rechtzeitige Beurteilung von Bildgebung zentral für die Patientensicherheit ist und dass die sichere Übermittlung diagnostischer Bilder den Zugang zu fachärztlicher Beurteilung erweitern kann (WHO, Strengthening medical imaging). Ihre DICOM Dateien sind die Grundlage dafür.

Wie Sie Ihre DICOM Dateien anfordern

Sie haben ein Recht auf eine Kopie Ihrer eigenen Bilddaten. In den meisten Ländern ist dies unkompliziert, und seriöse Anbieter sind mit dieser Anfrage vertraut.

In der Schweiz und im übrigen DACH Raum gibt Ihnen das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) das Recht, Kopien Ihrer eigenen Daten einschliesslich der Bildgebung zu erhalten (Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter). In der Europäischen Union sieht Artikel 15 der DSGVO ein vergleichbares Auskunftsrecht vor (DSGVO Artikel 15). In der Praxis wenden Sie sich einfach an die Radiologieabteilung oder die Praxis, die die Untersuchung durchgeführt hat, und bitten um eine Kopie Ihrer Bilder im DICOM Format.

Die meisten Anbieter stellen Ihre Bilddaten auf eine von drei Arten bereit. Sie erhalten möglicherweise eine CD oder DVD mit den DICOM Dateien, oft mit einem kleinen Betrachtungsprogramm auf dem Datenträger. Sie erhalten unter Umständen einen USB Stick, was zunehmend üblich ist, da immer weniger Computer über ein Laufwerk verfügen. Oder Ihnen wird ein sicherer Download über ein Patientenportal angeboten, bei dem Sie sich anmelden und die DICOM Dateien direkt auf Ihr Gerät herunterladen. Bitten Sie bei der Anfrage ausdrücklich um die Bilder im DICOM Format und klären Sie, ob auch ein schriftlicher Befund beigelegt werden kann.

Wenn Sie nur eine CD oder einen Papierausdruck haben

Stellt Ihre Praxis nur einen Datenträger bereit, ist das völlig normal, und die Dateien darauf sind genau das, was ein Zweitmeinungsdienst benötigt. Sie müssen den physischen Datenträger nicht versenden; Sie können die DICOM Dateien von der CD auf Ihren Computer kopieren und hochladen. Ein Papierausdruck oder ein Befund allein genügt jedoch nicht für eine vollständige Bildbeurteilung. Wenn Sie aktuell nur dies besitzen, fordern Sie die zugrunde liegenden DICOM Dateien an, bevor Sie eine Zweitmeinung veranlassen.

Wie Sie Ihre DICOM Dateien öffnen und prüfen

Um Ihre Dateien lediglich weiterzugeben, benötigen Sie keine spezielle Software, doch viele Patientinnen und Patienten möchten sehen, was sie erhalten haben. Da DICOM Dateien keine gewöhnlichen Bilder sind, öffnet ein normales Fotoprogramm sie nicht. Ein kostenloser DICOM Viewer schon. Für Windows und Mac stehen mehrere seriöse, kostenlose Programme zur Verfügung, und patientenorientierte Quellen wie RadiologyInfo.org der Radiological Society of North America erklären medizinische Bildgebung verständlich.

Wenn Sie die Dateien selbst öffnen, geht es nur darum, zu bestätigen, dass die Aufnahme vorhanden und lesbar ist, also dass der Ordner Bilddaten enthält und nicht leer ist. Die Bilder zu interpretieren ist Aufgabe der Radiologin oder des Radiologen, und die eigene Aufnahme auf einem Heimcomputer zu betrachten ersetzt keine fachärztliche Beurteilung auf einem kalibrierten diagnostischen Bildschirm.

So senden Sie Ihre Bilddaten für eine radiologische Zweitmeinung

Sobald Sie Ihre DICOM Dateien haben, ist das Versenden der einfache Teil. Ein sicherer Onlinedienst erlaubt Ihnen, die Dateien direkt hochzuladen, was schneller und sicherer ist als das Versenden eines Datenträgers per Post. Achten Sie auf verschlüsselte Übertragung und Zustellung sowie auf die Einhaltung anerkannter Datenschutzstandards wie des Schweizer DSG und der EU DSGVO.

Drei-Schritte-Prozess: DICOM Dateien anfordern, sicher hochladen, Expertenbericht erhalten

Da die Dateien als Daten und nicht als physischer Gegenstand reisen, kann eine Fachperson an jedem Ort sie empfangen, Ihren Fall der passenden Subspezialität zuordnen und einen klaren schriftlichen Befund zurücksenden. Sind Sie unsicher, welche Bilddaten Sie senden sollen oder ob Ihr Datensatz vollständig ist, dürfen Sie jederzeit beim Dienst nachfragen, bevor Sie hochladen.

⚠ Wichtig zu wissen

Die vollständigen DICOM Dateien, nicht ein Bildschirmfoto oder der Befund allein, sind das, was eine Radiologin oder ein Radiologe für eine verlässliche Zweitbeurteilung benötigt.

Sie haben ein Recht auf eine Kopie Ihrer eigenen Bilder; in der Schweiz beruht dies auf dem DSG, in der EU auf Artikel 15 der DSGVO.

Eine Zweitmeinung ist eine zusätzliche fachärztliche Perspektive. In vielen Fällen bestätigt sie die ursprüngliche Beurteilung und bedeutet nicht, dass die erste befundende Person falschlag.

Die eigenen DICOM Dateien zu Hause zu betrachten kann beruhigend sein, ist jedoch keine Diagnose. Besprechen Sie Befunde stets mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt.

Häufige Fragen

Wofür steht DICOM?

DICOM steht für Digital Imaging and Communications in Medicine. Es ist der internationale Standard, gepflegt von der NEMA, der festlegt, wie medizinische Bilddaten wie MRT, CT und Röntgen gespeichert und ausgetauscht werden.

Wie erhalte ich meine DICOM Dateien vom Spital oder aus der Radiologiepraxis?

Wenden Sie sich an die Abteilung, die Ihre Untersuchung durchgeführt hat, und bitten Sie um eine Kopie Ihrer Bilder im DICOM Format. In der Regel erhalten Sie diese auf einer CD oder DVD, auf einem USB Stick oder als sicheren Download über ein Patientenportal. Sie haben ein Recht auf eine Kopie Ihrer eigenen Bilddaten.

Kann ich DICOM Dateien auf einem normalen Computer öffnen?

Nicht mit einem gewöhnlichen Fotoprogramm, da DICOM Dateien keine normalen Bilder sind. Sie können sie mit einem kostenlosen DICOM Viewer für Windows oder Mac öffnen. Um die Dateien für eine Zweitmeinung weiterzugeben, müssen Sie sie jedoch nicht öffnen.

Muss ich meine DICOM Dateien öffnen, bevor ich sie für eine Zweitmeinung sende?

Nein. Sie können die DICOM Dateien genau so hochladen, wie Sie sie erhalten haben. Die beurteilende Radiologin oder der beurteilende Radiologe öffnet und analysiert sie mit professioneller diagnostischer Software.

Ist es sicher, meine DICOM Dateien online hochzuladen?

Bei einem seriösen Dienst ja. Achten Sie auf eine durchgehende Verschlüsselung und die Einhaltung von Datenschutzstandards wie dem Schweizer DSG und der EU DSGVO. Ein sicherer Onlineupload ist in der Regel schneller und sicherer als der Postversand eines Datenträgers.

Fazit

Zu verstehen, was DICOM ist, nimmt Ihren Bilddaten das Geheimnisvolle und gibt Ihnen die Kontrolle über Ihre eigene Bildgebung. Ihre DICOM Dateien sind die vollständige Aufzeichnung Ihrer Untersuchung, Sie haben ein Recht auf eine Kopie, und sie zu erhalten ist meist eine einfache Anfrage bei der Stelle, die die Untersuchung durchgeführt hat. Mit diesen Dateien in der Hand ist eine unabhängige radiologische Zweitmeinung nur einen Upload entfernt.

Wenn Sie Fragen zu Ihrem Befund haben, sprechen Sie mit einem spezialisierten Radiologen.


Quellen

DICOM Standard, National Electrical Manufacturers Association (NEMA)

Siemens Healthineers Schweiz, DICOM

Weltgesundheitsorganisation, Strengthening medical imaging

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (DSG)

Datenschutz-Grundverordnung, Artikel 15

RadiologyInfo.org, Radiological Society of North America

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und der Patientenaufklärung. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt weder eine Diagnose noch die Beurteilung durch eine qualifizierte Ärztin oder einen qualifizierten Arzt. Eine radiologische Zweitmeinung ist eine zusätzliche fachärztliche Perspektive und bedeutet nicht, dass eine frühere Beurteilung falsch war. Besprechen Sie Ihre Untersuchung und Ihren Befund stets mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.